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Was gemessen wird

Website vom Entwickler statt nur aus ChatGPT

Woran man generierte Websites erkennt, was Google im März 2026 tatsächlich abgestraft hat und wo KI beim Bauen wirklich hilft.

Veröffentlicht am Aktualisiert am 9 Minuten Lesezeit

Bestraft Google KI-generierte Websites?

Nein, Google bestraft dünne Inhalte, unabhängig davon, wer sie geschrieben hat. Das Core-Update vom März 2026 zielte auf massenhaft erzeugte Seiten ohne eigenen Wert; betroffene Seiten verloren binnen zwei Wochen 50 bis 80 Prozent ihres organischen Traffics. Maßstab war Absicht und Ergebnis, nicht die Herstellungsmethode.

Das ist eine wichtige Unterscheidung, weil die verbreitete Kurzfassung, „KI-Texte werden abgestraft”, falsch ist und in die falsche Richtung führt. Von Hand geschriebener dünner Text wird genauso behandelt. Umgekehrt bestehen generierte Texte, die eigene Messwerte, eigene Erfahrung und nachprüfbare Angaben enthalten. Der Unterschied ist die Substanz, nicht das Werkzeug.

Woran erkennt man eine generierte Website?

An einem Bündel von Gestaltungsmerkmalen, die Generatoren immer wieder reproduzieren. Die häufigsten sind: Inter als einzige Schrift, ein Verlauf von Indigo nach Violett, drei oder vier gleich große Karten in einer Reihe, Glassmorphism als Grundton, schwebende Farbflächen hinter dem Titelbereich, ein großes zentriertes Symbol über der Überschrift, Neon-Ränder an Karten in dauerhaft dunklen Layouts, und in der Kopfzeile ein abgerundetes Symbol links neben einem fetten Namen.

Das zuverlässigste Einzelmerkmal ist aber kein Gestaltungselement, sondern der Text: vage Aussagen, die nicht sagen, was verkauft wird. „Wir liefern maßgeschneiderte Lösungen für Ihren digitalen Erfolg” könnte bei jedem Mitbewerber stehen. Genau das ist der Test: Jeder Satz, der auf einer fremden Website genauso stehen könnte, ist Füllung.

Merken Ihre Kunden das überhaupt?

Ein Teil ja, und zwar der entscheidende Teil. Untersuchungen zur Erkennung generierter Gestaltung nennen für geübte Betrachter Trefferquoten von 75 bis 85 Prozent, für durchschnittliche Nutzer 55 bis 60 Prozent. Der Schaden entsteht also nicht in der Breite, sondern bei den fachlich urteilenden Betrachtern.

Für einen IT-Dienstleister ist das die eigene Zielgruppe, für einen Handwerksbetrieb dagegen weniger relevant. Trotzdem gilt der Zusammenhang auch dort mittelbar: Was als generisch erkannt wird, wirkt austauschbar, und austauschbar heißt vergleichbar über den Preis. Eine Website, die aussieht wie zehn andere, argumentiert nicht mehr über Qualität.

Was hat mich das selbst gekostet?

Eine Rückmeldung zu meinem eigenen Entwurf und den Neubau der Kopfzeile. In einem internen Werkzeug hatte ich eine Kopfzeile gebaut, die genau dem Muster folgte: abgerundetes Symbol links, fetter Name daneben. Die Rückmeldung war knapp: Das sehe nach KI-Generat aus. Sie war berechtigt, und sie war unangenehm, weil sie von jemandem kam, dem ich anschließend KI-Systeme verkaufen wollte.

Daraus sind acht verbindliche Bau-Regeln entstanden, die für diese Website und für Kundenprojekte gelten. Vier davon sind Verbote: kein Verlauf als Markenelement, kein Kartenraster als Standardantwort, kein Glassmorphism mit schwebenden Farbflächen und Neon-Rändern, kein Stockfoto. Die fünfte betrifft die Kopfzeile: Name zuerst, Zeichen dahinter. Die drei übrigen verlangen etwas: Jede Überschrift nennt etwas, das nur auf dieses Unternehmen zutrifft, Bewegung gibt es nur mit Funktion und mit Alternative für reduzierte Bewegung, und jede Leistungsseite zeigt Substanz: Preisrahmen, Ablauf, Dauer, Technik im Klartext. Deshalb steht auf dieser Website Manrope statt Inter und Flächenfarbe statt Verlauf.

Wo hilft KI beim Bauen einer Website tatsächlich?

Bei allem, was Entwurf, Übersetzung und Prüfung ist, also bei einem großen Teil der Arbeit. Ich verwende Sprachmodelle täglich: für erste Textentwürfe, die danach überarbeitet werden, für die Recherche von Rechtsgrundlagen samt Fundstelle, für Testfälle, für die Umsetzung wiederkehrender Muster im Code und für das Aufspüren von Widersprüchen zwischen zwei Dokumenten.

Was sie nicht ersetzen: die Entscheidung, welche Zahl stimmt. Bei der Marktrecherche für diese Website habe ich 24 Anbieterseiten einzeln abgerufen und die Preise aus den Seiten selbst entnommen, nicht aus einer Zusammenfassung. Ein Modell hätte plausible Beträge genannt, und einige davon wären falsch gewesen. Der Unterschied zwischen brauchbar und wertlos liegt genau an dieser Stelle.

Was kann ein Generator wirklich nicht?

Vier Dinge, die nichts mit Textqualität zu tun haben. Erstens: Verantwortung übernehmen. Wenn die Datenschutzerklärung eine Rechtsgrundlage falsch angibt, haftet der Betreiber, nicht das Werkzeug. Zweitens: Entscheidungen gegen den Durchschnitt treffen. Ein Modell erzeugt, was in seinen Daten häufig war, und das ist per Definition das, was alle anderen auch haben.

Drittens: die Grenzen des eigenen Angebots kennen. Auf meinen Leistungsseiten steht, was nicht enthalten ist; solche Abgrenzungen entstehen aus Erfahrung mit Projekten, die schiefgegangen sind. Viertens: den Betrieb danach. Eine Website ist am Tag der Veröffentlichung nicht fertig: Sie braucht Updates, Messung und jemanden, der erreichbar ist. Was das kostet, steht in Was eine Website in Kärnten 2026 kostet.

Wie prüfe ich meine eigene Arbeit?

Mit automatischen Tests, die eine Änderung stoppen, bevor sie online geht. Auf jede Seite laufen axe-Prüfungen gegen die Barrierefreiheitskriterien, je einmal im hellen und einmal im dunklen Modus, derzeit 136 Läufe über 68 Seiten. Dazu kommen Tests für Ladeverhalten, Formulare, Rechtstexte und die Struktur der strukturierten Daten.

Für den Blog gibt es einen eigenen Redaktionstest: Jeder Artikel muss zwischen 900 und 2.500 Wörter haben, mindestens eine eigene Zahl und mindestens zwei Quellen mit gültiger Adresse nennen, ein Erstellungs- und ein Änderungsdatum tragen und unter jeder Zwischenüberschrift mit einem vollständigen Antwortsatz beginnen. Fällt ein Punkt durch, schlägt der Testlauf fehl und der Artikel geht nicht online. Das ist die technische Umsetzung einer redaktionellen Regel, und der Grund, warum hier kein dünner Artikel stehen kann.

Was heißt das für Ihre Entscheidung?

Dass die Frage nicht „mit oder ohne KI” lautet, sondern „mit oder ohne Verantwortlichen”. Eine mit Werkzeugunterstützung gebaute Website von jemandem, der die Zahlen prüft, die Rechtsgrundlagen kennt und den Betrieb übernimmt, ist einer handgetippten Seite ohne Prüfung überlegen, und einer unbeaufsichtigt generierten sowieso.

Praktisch heißt das für die Anbieterauswahl: Lassen Sie sich zeigen, was auf der Seite nachprüfbar ist. Stehen Preise da? Stehen Grenzen da? Ist erkennbar, wer haftet? Fehlen diese drei Dinge, ist es zweitrangig, ob der Text von einem Menschen oder einem Modell stammt: Er sagt in beiden Fällen nichts.

Wie fangen Sie an?

Mit einem Blick auf Ihre bestehende Seite und der Frage, welcher Satz darauf nur auf Sie zutrifft. Finden Sie keinen, haben Sie das eigentliche Problem gefunden, und es lässt sich ohne Neubau lösen: Zahlen ergänzen, Grenzen benennen, Abläufe beschreiben.

Was die Technik hergibt, sagt Ihnen der Website-Check in unter einer Minute: Titel, Beschreibung, strukturierte Daten, Pflichtangaben, Ladezeit. Was ein Neubau kostet und wie lange er dauert, steht ohne Anfrage auf der Seite Websites.

Eigene Zahlen in diesem Artikel

  • Eigene Bau-Regeln: acht verbindliche Punkte gegen Generatoroptik, entstanden aus einer Rückmeldung zum eigenen Entwurf
  • Eigene Qualitätssicherung: axe-Prüfläufe über jede ausgelieferte Seite in hell und dunkel, derzeit 136 Läufe über 68 Seiten, dazu Redaktionstests, die jeden Artikel auf eigene Zahlen und Quellen prüfen
  • Eigene Gestaltungsentscheidung gegen den Generator-Standard: Manrope statt Inter, Flächenfarbe statt Verlauf, Name vor Zeichen in der Kopfzeile

Quellen

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Geschrieben von Raphael Bleier

Einzelunternehmer in Klagenfurt am Wörthersee, GISA-Zahl 40048086. Wie ich arbeite