WordPress oder individuell: Entscheidungshilfe
Wann WordPress die richtige Wahl ist und wann nicht, mit den Betriebskosten beider Wege über drei Jahre, aus der eigenen Preisleiter gerechnet.
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WordPress oder eine gebaute Website: Was ist richtig?
Die Antwort hängt an einer einzigen Frage: Wie oft ändern Sie selbst etwas an den Inhalten? Wer wöchentlich Beiträge, Termine oder Angebote pflegt, braucht eine Oberfläche dafür, und WordPress ist die verbreitetste. Wer die Seite einmal aufsetzt und danach zwei Mal im Jahr eine Zeile ändert, zahlt bei WordPress für einen Motor, den er nie startet, und wartet ihn trotzdem.
Alles andere, was in dieser Debatte üblicherweise vorgebracht wird, ist nachrangig. Beide Wege können schnell sein, beide können barrierefrei sein, beide können gut ranken. Der Unterschied liegt im Betrieb, und der Betrieb kostet Geld und Aufmerksamkeit.
Was kostet WordPress über drei Jahre?
Bei mir 3.664 €: 1.900 € für die Einrichtung und 36 Monate zu 49 € für die Betreuung. In dieser Pauschale stecken die regelmäßigen Aktualisierungen von Kern, Theme und Erweiterungen, die Sicherung, die Überwachung der Erreichbarkeit und eine Reaktionszeit von einem Werktag. Alle Beträge sind umsatzsteuerbefreit als Kleinunternehmer gemäß § 6 Abs 1 Z 27 UStG.
Diese Betreuung ist kein Zusatzgeschäft, sondern die Voraussetzung. Eine WordPress-Installation besteht aus dem Kern, einem Theme und typischerweise zehn bis zwanzig Erweiterungen, die alle einzeln gepflegt werden. Bleibt sie ein Jahr unangetastet, ist sie kein Sicherheitsrisiko in der Theorie, sondern in der Praxis: Automatisierte Angriffe suchen genau nach veralteten Versionsnummern.
Was kostet eine gebaute Website über drei Jahre?
Zwischen rund 950 und 2.654 €, je nachdem, ob ein Betreuungsvertrag dazukommt. Die Untergrenze ist der Fall ohne laufende Betreuung: 890 € für den Bau plus etwa 20 € im Jahr für die Domain, weil eine statisch ausgelieferte Seite bei den gängigen Anbietern im kostenlosen Kontingent liegt. Die Obergrenze ist derselbe Bau plus 49 € Betreuung im Monat, also 2.654 € auf drei Jahre.
Der Unterschied zu WordPress ist nicht der Baupreis, sondern die Frage, ob Nichtstun gefährlich ist. Eine statische Seite ohne Datenbank und ohne Anmeldemaske hat keine Angriffsfläche, die durch ein fehlendes Update entsteht. Wer die Betreuung trotzdem nimmt, kauft Änderungen, Überwachung und einen Ansprechpartner, nicht die Abwehr eines Risikos, das man selbst eingebaut hat.
Ab welcher Betriebsgröße lohnt sich was?
Für Ein-Personen-Betriebe und kleine Teams bis etwa fünf Personen lohnt WordPress selten. In dieser Größe gibt es fast nie jemanden, der regelmäßig Inhalte pflegt; die Seite wird beim Bau befüllt und danach kaum berührt. Genau dann zahlt der Betrieb drei Jahre lang Betreuung für eine Redaktionsoberfläche, die zwei Mal benutzt wurde.
Ab etwa zehn Personen kippt das Bild, sobald es eine Rolle gibt, zu der Kommunikation gehört: Marketing, Assistenz, Verkaufsinnendienst. Dort entstehen laufend Inhalte, etwa Stellenanzeigen, Referenzen und Neuigkeiten, und der Zugriff über eine Oberfläche spart mehr Zeit, als die Betreuung kostet. Der dritte Fall ist unabhängig von der Größe: Wer einen Shop betreibt, braucht ein System, und dann geht die Diskussion nicht mehr um WordPress gegen gebaut, sondern um die Wahl des Shopsystems; was ein aufgesetzter Shop bei mir kostet, steht auf der Seite Online-Shop.
Was ist mit der Geschwindigkeit?
Eine gebaute statische Seite ist in der Regel schneller, aber der Abstand ist kleiner, als WordPress-Kritiker behaupten. Der Unterschied entsteht nicht durch WordPress selbst, sondern durch die Art, wie WordPress meist eingesetzt wird: ein gekauftes Theme mit tausend Einstellungen, ein visueller Seitenbaukasten und fünfzehn Erweiterungen laden auf jeder Seite Skripte, die 95 Prozent der Besucher nie brauchen.
Für die Suchmaschinenbewertung zählen die Core Web Vitals: LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden, CLS unter 0,1. Diese Werte sind auch mit WordPress erreichbar, wenn ein schlankes Theme und ein Zwischenspeicher verwendet werden. Sie sind mit einem Seitenbaukasten auf einem 5-Euro-Hosting nicht erreichbar, und das ist die Kombination, die im Markt am häufigsten verkauft wird.
Wie sieht es bei der Barrierefreiheit aus?
Bei WordPress hängt sie am Theme, bei einer gebauten Seite an den eigenen Entscheidungen. Ein gekauftes Theme bringt Kontraste, Bedienelemente und Überschriftenstruktur mit, und wenn es dort Fehler gibt, kommen sie nach jedem Update zurück. Das ist der praktische Grund, warum die nachträgliche Behebung bei WordPress teurer ausfällt als beim Neubau.
Für Betriebe, die unter das Barrierefreiheitsgesetz fallen, ist das ein handfestes Auswahlkriterium: Lassen Sie sich zeigen, dass das vorgeschlagene Theme geprüft ist, bevor es gekauft wird. Wer betroffen ist und wer nicht, steht in Barrierefreiheitsgesetz: wer wirklich betroffen ist.
Wie kommt man aus der Abhängigkeit wieder heraus?
Indem man vor dem Auftrag klärt, wem was gehört. Bei WordPress ist die Ausgangslage vergleichsweise gut: Inhalte und Datenbank lassen sich exportieren, ein anderer Dienstleister kann übernehmen. Schwierig wird es, wenn das Layout in einem proprietären Seitenbaukasten steckt, dessen Lizenz beim bisherigen Anbieter liegt, dann ist der Export ein Haufen unbrauchbarer Kurzcodes.
Bei einer gebauten Seite hängt alles daran, ob Sie den Quellcode bekommen. In meinen Projekten ist die Übergabe des Quellcodes Teil der Lieferung, samt Einschulung. Das ist der Punkt, an dem ich Angebote vergleichen würde, bevor ich auf den Preis schaue: Eine Seite, die Sie nicht mitnehmen können, ist eine Miete mit einmaliger Anzahlung.
Was sagt der Markt in Kärnten?
15 von 24 ausgewerteten Anbietern verkaufen im Kern dasselbe: WordPress plus lokales SEO für KMU, teilweise wortgleich beschrieben. Diese Zahl stammt aus meiner eigenen Erhebung vom 24. August 2026, in der ich 24 Kärntner Anbieterwebsites abgerufen und ausgewertet habe.
Das ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Marktbeobachtung mit einer praktischen Folge: Wenn Sie drei Angebote einholen, bekommen Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit drei Mal WordPress, auch dann, wenn Ihr Anwendungsfall keine Redaktionsoberfläche braucht. Fragen Sie deshalb aktiv nach, warum dieses System vorgeschlagen wird, und was der Vorschlag ohne Redaktionsoberfläche kosten würde.
Was empfehle ich in der Praxis?
WordPress bei laufender Redaktionsarbeit, eine gebaute Seite in allen anderen Fällen. Ich biete beides an und verdiene an WordPress ab 1.900 € mehr als an einer gebauten Website ab 890 €, deshalb ist mir wichtig, dass die Empfehlung an Ihrem Anwendungsfall hängt und nicht an meiner Marge.
Der ehrlichste Test dauert zwei Minuten: Schreiben Sie auf, was Sie in den letzten zwölf Monaten an Ihrer Website geändert hätten, wenn es einfach gewesen wäre. Stehen dort mehr als zehn Einträge, nehmen Sie WordPress. Stehen dort zwei, nehmen Sie die gebaute Seite und lassen die Änderungen im Betreuungsvertrag mitlaufen. Was beide Wege insgesamt kosten, steht in Was eine Website in Kärnten 2026 kostet. Wo Ihre heutige Installation bei Ladezeit und Pflichtangaben steht, misst der Website-Check von außen, bevor Sie sich für einen Weg entscheiden.
Eigene Zahlen in diesem Artikel
- Eigene Dreijahresrechnung: WordPress mit Betreuung 3.664 €, gebaute Website mit Betreuung 2.654 €, gebaute Website ohne Betreuungsvertrag rund 950 €
- Eigene Preisleiter: WordPress ab 1.900 €, gebaute Website ab 890 €, Betreuung 49 € im Monat
- Eigene Markterhebung vom 24. August 2026: 15 von 24 Kärntner Anbietern verkaufen WordPress mit lokalem SEO als Hauptleistung
Quellen
Weiterlesen
- Was eine Website in Kärnten 2026 kostet
Ich habe 24 Kärntner Anbieter ausgewertet: Nur fünf nennen Preise. Hier stehen die belegten Beträge, der Preiskorridor und meine eigene Kalkulation.
- Barrierefreiheitsgesetz: wer wirklich betroffen ist
Das BaFG gilt seit Juni 2025. Wer unter die Kleinstunternehmerausnahme fällt, wen sie nicht rettet und was WCAG 2.2 AA praktisch bedeutet.