Websites für Kanzleien und Ordinationen in Kärnten
Sachlicher Auftritt, vertrauliche Datenwege und Terminwünsche ohne Telefonkette, im Rahmen dessen, was die Kammer erlaubt.
Warum hier andere Regeln gelten
Rechtsberatende und medizinische Berufe stehen unter Standesrecht und Verschwiegenheitspflicht. Beides schließt aus, was übliche Vorlagen ausmacht: Superlative, Erfolgszahlen, Vorher-Nachher-Bilder, aufdringliche Handlungsaufforderungen. Was bleibt, ist Auskunft, und die entscheidet trotzdem darüber, ob jemand anruft. Wer erklärt, wie eine Erstberatung abläuft, was sie kostet und welche Unterlagen mitzubringen sind, nimmt die Hemmschwelle, ohne einen einzigen anpreisenden Satz zu schreiben. Für Ärztinnen und Ärzte kommt die Werberichtlinie der Österreichischen Ärztekammer dazu, die unter anderem vergleichende und marktschreierische Darstellung untersagt; für Rechtsanwaltskanzleien und Steuerberatungen gelten die Standesregeln der jeweiligen Kammer.
Der Weg zum Termin ohne Telefonkette
Während der Ordination oder einer Verhandlung nimmt niemand ab. Der Anrufbeantworter ist die schlechteste aller Lösungen, weil ihn kaum jemand bespricht. Ein Terminwunsch über die Seite ist der bessere Weg, allerdings nicht als freie Kalenderbuchung: Wer selbst einen Slot wählt, schätzt die eigene Dringlichkeit falsch ein. Bewährt hat sich ein Wunschzeitfenster mit kurzer Beschreibung des Anliegens, das Ihre Anmeldung bestätigt oder verschiebt.
Vertraulichkeit als Bauentscheidung
Wo Daten liegen, ist keine Detailfrage. Ein Formular eines Drittanbieters legt Angaben auf dessen Servern ab, oft außerhalb der EU, und braucht einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Deshalb schreibt die Seite Eingaben in eine eigene Datenbank, verschlüsselt übertragen, mit fester Löschfrist. Besondere Kategorien personenbezogener Daten, also Gesundheit, Vorstrafen und biometrische Angaben, werden gar nicht erst abgefragt. Für sie gibt es den persönlichen Weg, und die Seite sagt das deutlich.
Lesbar für die, die tatsächlich lesen
Ratsuchende sind im Schnitt älter als das Publikum eines Webshops. Große Grundschrift, ruhiger Zeilenabstand, klare Kontraste und Bedienbarkeit per Tastatur sind hier keine Kür. Die Seite bleibt benutzbar, wenn jemand im Browser auf 200 Prozent vergrößert; die Rufnummer verschwindet dabei nicht hinter einem Menü. Geprüft wird das automatisiert nach WCAG 2.2 AA und zusätzlich von Hand mit Tastatur und Vorlesehilfe. Eine Rechtspflicht folgt daraus meist nicht: Das Barrierefreiheitsgesetz nimmt Kleinstunternehmen bei Dienstleistungen aus, also unter zehn Beschäftigte und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz, worunter die meisten Kanzleien und Ordinationen fallen. Der Grund ist ein anderer: Wer nicht lesen kann, was dort steht, ruft nicht an.
Pflichtangaben vollständig
Offenlegung nach § 25 MedienG, Angaben nach § 5 ECG, Kammerzugehörigkeit, Berufsbezeichnung samt Verleihungsstaat, anwendbare berufsrechtliche Vorschriften mit Fundstelle. Das gehört zusammen auf eine Seite, die aus jeder anderen in zwei Klicks erreichbar ist. Fehlt eine dieser Angaben, ist das ein Verwaltungsdelikt, und der häufigste Mangel, den ich bei bestehenden Auftritten finde.
Selbst ändern können
Eine neue Partnerin, geänderte Sprechzeiten, ein Urlaubshinweis, eine ergänzte Fundstelle bei den Pflichtangaben: solche Änderungen fallen laufend an und dürfen keine Woche warten. Entweder liegen sie in einem schlanken Bearbeitungsbereich, oder sie kosten eine kurze Nachricht und sind am selben Tag erledigt. Das läuft über die Betreuung ab 49 € im Monat mit zwölf Monaten Mindestlaufzeit und ist nicht jedes Mal ein neues Angebot.
Preisrahmen für Kanzleien und Ordinationen
Zwischen 2.400 € für einen vollständigen Auftritt mit Tätigkeitsschwerpunkten, Team und Pflichtangaben und 4.900 €, sobald ein strukturiertes Anliegenformular, eine Terminstrecke oder eine zweite Sprache dazukommen. Alle Beträge netto. Was Ihre bestehende Seite technisch hergibt, sagt Ihnen der Website-Check in unter einer Minute.
Woran es in dieser Branche hängt
- Terminwünsche laufen über das Telefon, das während der Ordination niemand abheben kann, und über einen Anrufbeantworter, den niemand gerne bespricht.
- Kontaktformulare gängiger Anbieter legen Mandantendaten auf fremden Servern ab. Ohne Vertrag zur Auftragsverarbeitung ist das nicht haltbar.
- Der Berufsstand verbietet marktschreierische Werbung, die üblichen Vorlagen aus dem Baukasten sind aber genau darauf gebaut.
- Ältere Ratsuchende vergrößern die Schrift und finden dann die Telefonnummer nicht mehr.
- Pflichtangaben nach ECG, MedienG und Berufsrecht stehen verstreut oder fehlen ganz.
Was dagegen hilft
Anliegenformular statt Telefonkette
Ein Formular fragt genau das ab, was Sie vor dem ersten Gespräch brauchen: Anliegen, Dringlichkeit, bestehende Fristen, mitzubringende Unterlagen. Die Angaben landen in Ihrer eigenen Datenbank in der EU, nicht bei einem Formulardienst.
Sachlicher Auftritt im Rahmen des Standesrechts
Keine Erfolgsversprechen, keine Superlative, keine Vorher-Nachher-Behauptungen. Stattdessen Tätigkeitsschwerpunkte, Ablauf, Kosten dem Grunde nach und die Namen der handelnden Personen mit ihrer Qualifikation.
Lesbarkeit für die tatsächliche Zielgruppe
Große Grundschrift, ruhiger Zeilenabstand, hohe Kontraste, bedienbar mit Tastatur und Vorlesehilfe. Die Rufnummer bleibt sichtbar, auch wenn jemand die Schrift auf 200 Prozent stellt.
Vertrauliche Wege sauber getrennt
Öffentliche Auskunft, Terminanfrage und Unterlagenübergabe sind drei verschiedene Dinge. Was vertraulich ist, geht verschlüsselt oder gar nicht über das Web, und die Seite sagt das ausdrücklich, statt es offenzulassen.
Ein konkreter Fall
Anliegenformular mit Fristerkennung für eine Kanzlei
Anwendungsfall, noch nicht umgesetzt
- Ausgangslage
- In diesem Anwendungsfall bekommt eine Kanzlei Erstanfragen als formlose Mails ohne Angabe zur Gegenseite, zum Streitwert und zu laufenden Fristen. Für jede Anfrage sind zwei bis drei Rückfragen nötig, bevor überhaupt entschieden werden kann, ob ein Mandat möglich ist.
- Umsetzung
- Ein strukturiertes Formular erhebt Rechtsgebiet, Gegenseite, Datum des letzten Schreibens und den gewünschten Rückrufzeitraum. Nennt jemand ein Schreiben, das jünger als vierzehn Tage ist, weist die Seite auf mögliche Fristen hin und zeigt die Durchwahl statt des Formulars. Die Eingaben liegen verschlüsselt in einer Datenbank in der EU, die Kollisionsprüfung erfolgt vor der ersten inhaltlichen Antwort.
- Ergebnis
- Erstanfragen kommen vollständig genug an, um ohne Rückfrage über die Annahme zu entscheiden.
Preisrahmen in dieser Branche
2.400 €bis4.900 €
Auftritt mit Tätigkeitsschwerpunkten und Pflichtangaben als Paket Firmenwebsite ab 2.400 €, mit strukturiertem Anliegenformular und Terminstrecke bis 4.900 € im Paket Maßarbeit.
Umsatzsteuerbefreit, Kleinunternehmer gemäß § 6 Abs 1 Z 27 UStG.
Passt zu diesen Leistungen
- Websites, die Anfragen bringen
Von der einseitigen Landingpage bis zur mehrseitigen Firmenwebsite, selbst gebaut, nicht aus dem Baukasten.
- Individualsoftware und Automatisierung
Werkzeuge für den einen Ablauf, den Ihre Standardsoftware nicht kennt.
- Betreuung Ihrer Website
Updates, Sicherung und Erreichbarkeit als monatliche Pauschale, mit einer Reaktionszeit von einem Werktag.
Häufige Fragen aus dieser Branche
Ist eine Website mit dem Standesrecht vereinbar?
Ja, sofern sie sachlich informiert und nicht reklamehaft anpreist. Erlaubt ist die Darstellung von Tätigkeitsschwerpunkten, Qualifikation, Ablauf und Kostenrahmen. Nicht erlaubt sind Erfolgsquoten, Vergleiche mit Kollegen und Aussagen, die eine bestimmte Entscheidung in Aussicht stellen. Die endgültige Beurteilung trifft Ihre Kammer, den Entwurf legen wir vorher vor.
Dürfen Patientendaten über ein Formular kommen?
Gesundheitsdaten sind besonders geschützt. Deshalb fragt das Formular nach dem Anliegen in Stichworten, nicht nach Diagnosen oder Befunden. Die Übertragung ist verschlüsselt, gespeichert wird in der EU, gelöscht wird nach einer festgelegten Frist. Für alles Weitere gibt es den persönlichen Weg.
Brauche ich einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?
Ja, sobald jemand für Sie Daten verarbeitet, bei Hosting, Formularen und Mailversand. Sie bekommen die Verträge mit der Übergabe, samt Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten für die betroffenen Vorgänge auf der Seite.
Können Termine direkt gebucht werden?
Technisch ja, sinnvoll oft nein. In Ordinationen mit Terminvergabe nach Dringlichkeit führt freie Buchung zu falsch eingeschätzten Fällen. Der Mittelweg ist ein Terminwunsch mit Zeitfenster, den Ihre Anmeldung bestätigt.
Wie sichtbar darf die Seite in der Suche sein?
Sichtbarkeit selbst ist unbedenklich; entscheidend ist der Ton. Eine Seite, die erklärt, wie eine Erstberatung abläuft und was sie kostet, wird gefunden, ohne anpreisend zu sein. Bezahlte Anzeigen auf Wettbewerbernamen wären hingegen heikel.
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