Wie ein Website-Assistent funktioniert
Der Ablauf einer Antwort in fünf Schritten, der Unterschied zu ChatGPT und die Grenzen, die ich vor dem Auftrag nenne.
Veröffentlicht am Aktualisiert am 8 Minuten Lesezeit
Was ist der Unterschied zwischen ChatGPT und einem Website-Assistenten?
ChatGPT antwortet aus dem, was es beim Training gelesen hat; ein Website-Assistent antwortet aus Ihren Dokumenten. Das ist der ganze Unterschied, und er entscheidet über alles Weitere. Ein Assistent auf Ihrer Seite kennt Ihre Preisliste vom März, Ihre Anfahrtsbeschreibung und Ihre Stornoregelung, Dinge, die in keinem Trainingsdatensatz stehen und dort auch nichts verloren haben.
Umgekehrt weiß der Assistent nichts über die Hauptstadt von Peru, und das ist Absicht. Ein System, das beliebige Fragen beantwortet, beantwortet auch Fragen zu Ihrem Betrieb, deren Antwort es nicht kennt, und formuliert dann etwas Plausibles. Für einen Betrieb ist das die teuerste Eigenschaft, die ein solches System haben kann.
Wie läuft eine Antwort technisch ab?
In fünf Schritten, von denen nur der vierte mit einem Sprachmodell zu tun hat. Erstens: Die Frage des Besuchers kommt am Server an, nicht direkt bei einem Modellanbieter. Zweitens: Die Frage wird in eine numerische Darstellung übersetzt und gegen die Wissensbasis gesucht: Dabei kommen die Textabschnitte zurück, die inhaltlich am nächsten liegen, nicht die mit den gleichen Wörtern.
Drittens: Aus diesen Abschnitten wird ein Kontext gebaut, zusammen mit der Anweisung, ausschließlich daraus zu antworten. Viertens: Das Sprachmodell formuliert daraus einen Satz. Fünftens: Die Antwort geht mit der Quellenangabe zurück an den Besucher: welches Dokument, welcher Abschnitt. Findet Schritt zwei nichts Passendes, wird Schritt vier gar nicht erst ausgeführt, und der Besucher bekommt den Weg zum Kontaktformular statt einer erfundenen Auskunft.
Warum erfindet ein Assistent trotzdem manchmal etwas?
Weil das Sprachmodell im vierten Schritt formuliert und nicht nachschlägt. Wenn die gefundenen Abschnitte die Frage nur halb abdecken, füllt ein Modell die Lücke gern mit einer plausiblen Formulierung: Es ist darauf trainiert, flüssige Sätze zu bilden, nicht darauf, Wissenslücken zuzugeben.
Dagegen helfen drei Dinge, die alle vor dem Modell ansetzen: eine strenge Schwelle in der Suche, sodass schwache Treffer als „nichts gefunden” gelten; eine klare Anweisung, bei fehlender Deckung abzubrechen; und die Quellenangabe unter jeder Antwort, weil ein erfundener Satz ohne Beleg sofort auffällt. Die Quellenangabe ist damit kein Schmuck, sondern der Prüfmechanismus.
Was gehört in die Wissensbasis?
Alles, was Sie ohnehin schon schriftlich beantworten, und nichts anderes. Im Einstiegspaket sind das die Website und bis zu 50 Dokumente: Preislisten, Leistungsbeschreibungen, Anfahrt, Öffnungszeiten, Merkblätter, häufige Fragen aus dem Posteingang. Der Aufwand liegt nicht im Hochladen, sondern im Aussortieren.
Drei Kategorien halte ich bewusst heraus: Rechts-, Steuer- und medizinische Auskünfte. Sie gehören nicht in ein automatisiertes System, weil die Folgen einer falschen Antwort nicht beim Modell landen, sondern beim Betreiber der Website. In meinen Angeboten steht das ausdrücklich unter „nicht enthalten”, damit die Grenze vor dem Auftrag geklärt ist.
Läuft ein Assistent auf dieser Website?
Nein, und das ist eine bewusste Entscheidung. Ein Assistent auf einer Website mit sieben Leistungsseiten hätte eine dünne Wissensbasis und würde vor allem beweisen, dass ein Chatfenster eingebaut werden kann, nicht, dass das System im Betrieb trägt. Der Assistent kommt als eigenes Projekt mit eigener Wissensbasis, und dann wird er hier verlinkt.
Was heute schon läuft, ist die Infrastruktur darunter: Formularverarbeitung am Server, Spam-Schutz, Speicherung mit Löschfrist, Protokollierung ohne Klartext-IP. Der Website-Check auf dieser Seite arbeitet nach demselben Muster: Eingabe am Server prüfen, externe Schnittstelle abfragen, Ergebnis im Klartext zurückgeben.
Was kostet der Aufbau und was der Betrieb?
Ab 2.900 € einmalig und 79 € im Monat im Einstiegspaket, ab 4.400 € plus 149 € monatlich mit Systemanbindung und zwei Sprachen. Alle Beträge sind umsatzsteuerbefreit als Kleinunternehmer gemäß § 6 Abs 1 Z 27 UStG, die Monatspauschale läuft zwölf Monate und ist danach monatlich kündbar.
Zum Vergleich: Österreichische Marktübersichten nennen für KI-Chatbots 3.000 bis 80.000 € einmalig, für einen einfachen FAQ-Bot ab 5.000 €, und laufend 200 bis 2.000 € im Monat. In meiner Erhebung des Kärntner Marktes vom 24. August 2026 nennt kein einziger Anbieter einen Preis für einen Website-Assistenten: Die Leistung wird beworben, der Betrag nicht. Details zu Paketen und Grenzen stehen auf der Seite KI-Assistent für Ihre Website.
Wofür lohnt sich das nicht?
Für Betriebe, deren Fragen sich nicht wiederholen, und für Betriebe ohne schriftliche Grundlagen. Wenn jede Anfrage ein Einzelfall ist, also individuelle Angebote oder beratungsintensive Projekte, gibt es nichts zu automatisieren, und der Assistent wird zum teuren Weiterleitungsformular. Wenn die Antworten nur in den Köpfen von zwei Personen existieren, ist das Projekt in Wahrheit ein Dokumentationsprojekt, und der Assistent ist der zweite Schritt.
Ein dritter Fall ist der Zeitpunkt: Wer im Monat dreißig Anfragen bekommt, spart mit einem Assistenten wenig. Der Nutzen skaliert mit der Zahl gleichartiger Fragen, und darunter liegt eine Schwelle, unter der ein gut gebautes Formular mit klaren Antworten daneben die bessere Lösung ist.
Wie merkt der Betreiber, ob das System gut arbeitet?
An den Fragen, die keine Antwort bekommen haben. Diese Liste ist der eigentliche Wert des Systems: Sie zeigt, was Ihre Kundschaft wissen will und was Ihre Unterlagen nicht hergeben. In meinem Business-Paket steht sie als Monatsbericht, im Einstiegspaket lässt sie sich auf Anfrage ziehen.
Die Kennzahl, auf die es ankommt, ist nicht die Zahl der Gespräche, sondern der Anteil der Fragen, die aus der Wissensbasis vollständig beantwortet wurden. Steigt dieser Anteil über die Monate, wächst die Wissensbasis richtig. Bleibt er niedrig, ist entweder die Materialbasis zu dünn oder die Erwartung an das System falsch: Beides ist besser früh zu wissen.
Was sollten Sie einen Anbieter fragen?
Vier Fragen, deren Antworten schnell zeigen, wie tief das Angebot geht: Antwortet das System ausschließlich aus meinen Inhalten? Wird die Quelle unter jeder Antwort genannt? Was passiert bei einer Frage außerhalb der Wissensbasis? Wer verarbeitet die Eingaben, und wie lange werden sie gespeichert?
Auf die letzte Frage gehört eine Antwort mit Namen und Fristen, nicht mit „DSGVO-konform”. Was dabei rechtlich zu klären ist und wie ich es löse, steht in KI-Chatbot DSGVO-konform betreiben.
Eigene Zahlen in diesem Artikel
- Eigener Ablauf: fünf Schritte von der Frage bis zur Antwort, jede Antwort mit Quellenangabe aus den Kundendokumenten
- Einstiegspaket: Website plus bis zu 50 Dokumente als Wissensbasis, ab 2.900 € einmalig und 79 € im Monat
- Auf dieser Website läuft bewusst noch kein Assistent: Er kommt als eigenes Projekt, weil eine Demo ohne echte Wissensbasis nichts beweist
Quellen
Weiterlesen
- KI-Chatbot DSGVO-konform betreiben
Welche Daten ein Website-Assistent wirklich verarbeitet, wo sie liegen und was in die Datenschutzerklärung gehört, anhand der Architektur, die ich für Kunden baue.
- Warum Ihre Website in ChatGPT nicht vorkommt
Was KI-Antwortsysteme brauchen, um eine Seite zu zitieren, und was ich auf dieser Website konkret dafür eingebaut habe.